Olaf Scholz
08.02.2017

Statement zum Rahmenabkommen zur Zusammenarbeit zwischen Toulouse Metropole und der Freien und Hansestadt Hamburg

 

Meine Damen und Herren,

vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, hier zu sein. Toulouse ist eine ausgesprochen schöne Stadt, man fühlt sich sofort wohl. Das Wetter ist angenehm, die Atmosphäre herzlich und überall um die Stadt herum gibt es bemerkenswerte historische Attraktionen.


Aber das ist längst nicht alles: Die Metropolregion Toulouse ist auch als Wirtschafts- und Industrieregion weit über die Grenzen des Landes bekannt. Sie ist ein Zentrum der Luftfahrtindustrie, die Unternehmen sind gut vernetzt, hier gibt es einen Sinn dafür, wie wichtig Innovationen und Technologietransfer sind.


Es ist gerade diese Mischung, die wir sehr schätzen. Denn auch die Hamburger wissen, dass zur Attraktivität der Stadt sowohl die Schönheit als auch eine solide Wirtschaft gehören.


Sehr gerne hat Hamburg deshalb den Vorschlag der Metropolregion Toulouse aufgegriffen, unserer traditionell guten Zusammenarbeit mit einer gemeinsamen Erklärung neue Impulse zu geben.


Toulouse und Hamburg wachsen: Junge Menschen zieht es in unsere Städte, weil sie hier studieren und ihre Ausbildung machen können. Familien wohnen gerne in unseren Metropolregionen, weil es attraktive Arbeitsplätze gibt. Auch die Älteren schätzen das Stadtleben: Die Dichte der öffentlichen Infrastruktur ermöglicht ihnen bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes Leben.

Arbeitsplätze, Wohnraum, Verkehr, Bildung und Umweltschutz – die Städte stehen vor großen Herausforderungen. Aber in den Städten gibt es eben auch die Kompetenz und die kreativen Köpfe für die Lösungen. Gerade dann, wenn die Städte kooperieren und ihre Erfahrungen zusammen führen.


Toulouse und Hamburg sind sich in vielen Punkten so ähnlich, dass sich Themen der Zusammenarbeit geradezu aufdrängen: Ich denke etwa an unsere Luftfahrtcluster „Hamburg Aviation“ und „Aerospace Valley“ die schon seit vielen Jahren gut zusammen arbeiten.  


Toulouse und Hamburg sind Universitätsstädte, deshalb ist auch das Interesse an Forschungskooperationen sehr groß. Im Bereich der Verfahrenstechnik und der Luftfahrttechnik gibt es hervorragende Beispiele, wie gut es klappt.


Zu den Zukunftsthemen, die die Metropolregion Toulouse und Hamburg verbinden, gehört auch der Bereich Life Science und Medizintechnik (für die wir ja auch in beiden Städten entsprechende Cluster haben). Es gibt große Kooperationspotentiale bei der Diagnostik und der kurativen Behandlung von Krebserkrankungen, in der Produktion von Medizintechnik und bei der Erforschung von Wirkstoffen.


Als Bevollmächtigter für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit freue ich mich besonders auch über unsere Schulpartnerschaften und die erfolgreiche Zusammenarbeit zum Thema Kindertagesbetreuung. Immer wichtiger wird zudem die Förderung der beruflichen Mobilität, die ein Schwerpunkt der deutsch-französischen Beziehungen ist.


Toulouse und Hamburg werden in Zukunft verstärkt die Möglichkeiten nutzen, die die Europäische Union an Unterstützung für Städte und Regionen bietet. Auch da gibt es schon Vorarbeiten: In den letzten Monaten ist es gelungen, die Zusammenarbeit in zwei EU-Projektanträgen zu konkretisieren. Im Projekt COLOBRY geht es um Verbesserungen im innerstädtischen Verkehr durch Elektromobilität. Das das Projekt CONVINCED soll sich der Frage widmen, wie digitale Lösungen im öffentlichen Raum so zu gestalteten sind, dass sie auch von älteren Menschen gut genutzt werden können. Zu beiden erwarten wir die Entscheidung der EU-Kommission im April.


Toulouse und Hamburg haben eine gute Tradition der Zusammenarbeit. Das Abkommen, das wir heute unterzeichnen, ist ein weiterer Schritt und eine Aufforderung, die bewährten Formen auszuweiten und zu intensivieren.


Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das sehr gut gelingen wird. Schließlich bauen Hamburg und Toulouse gemeinsam die besten Flugzeuge der Welt. Das ist die Flughöhe, an der wir uns orientieren.  

 

Die deutsch-französische Freundschaft kennt keine Grenzen.

 

Vielen Dank!

 

Es gilt das gesprochene Wort.

 

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