Olaf Scholz
27.02.2017

Grußwort zur Feierlichen Unterzeichnung zur Neuausrichtung der Metropolregion Hamburg

 

Sehr geehrte Herren Ministerpräsidenten,
sehr geehrte Mitglieder der Parlamente,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Metropolregion Hamburg,
sehr geehrte Damen und Herren,

heute ist ein guter Tag. Der neue Kooperationsvertrag steht und wird an diesem Vormittag unterzeichnet. Die Metropolregion Hamburg reicht nun bis an die Mecklenburgische Seenplatte heran. Die Bevölkerung wächst auf 5,3 Millionen, was etwa der Einwohnerzahl Norwegens entspricht. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von über 196 Milliarden Euro ist die Metropolregion vergleichbar mit Volkswirtschaften wie Finnland oder Portugal. Und wir wissen, wie entscheidend die Wirtschaftskraft und die Zahl der Konsumenten sind, wenn es darum geht, im globalen Wettbewerb für Unternehmen in, sagen wir: Shanghai oder São Paulo interessant zu sein.

Das ist aber nur das eine. Denn bei dieser Neuausrichtung verändern und verbessern wir vor allem die Strukturen unserer Zusammenarbeit. Mit den Kammern, dem Unternehmensverband und der Gewerkschaft kommen neue Steuerleute an Bord, die Navigationserfahrung für recht unterschiedliche Gewässer mitbringen. Dadurch machen wir einen echten Sprung nach vorn.

Viel hängt daran, dass wir beim technologischen Wandel als Erste mit dabei sind. Am Maritimen Cluster Norddeutschland oder bei der Norddeutschen Energiewende NEW 4.0 kann man heute schon sehen, wo es entlanggehen wird. Aber es kommt auch darauf an, dass alle Unternehmen die Digitalisierung und Vernetzung ihrer Abläufe jetzt in Angriff nehmen. Die technologische Entwicklung wartet nicht. Sie wird Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle grundlegend verändern. Damit dürfen wir die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht allein lassen. Es ist gut, dass der DGB Nord seine Kompetenz bei der Gestaltung der Arbeitswelt nun auch in diesem Rahmen einbringen wird.

Der starke Wissensstandort mit Fraunhofer Institut, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und dem Röntgenlaser European XFEL bietet innovationsorientierten Unternehmen ein gutes Umfeld. Wie man das und gleichzeitig die Vorzüge kleinerer Städte im ländlichen Raum nutzen kann, haben zum Beispiel zwei Zulieferer für die Flugzeugindustrie (FlammAerotec GmbH und ZIM Flugsitz GmbH) vorgemacht: Die Nähe zum Hamburger Hafen, zu Airbus und Einrichtungen der Materialforschung genießen sie von Schwerin aus, das wir heute ebenfalls begrüßen.

In der Metropolregion Hamburg arbeiten Partner mit unterschiedlichen strukturellen Voraussetzungen Hand in Hand, vertrauensvoll und auf Augenhöhe. Unser gemeinsames Auftreten bringt allen Vorteile – ob es nun um die Ansiedlung von Unternehmen oder länderübergreifende Technologie- und Innovationsförderung, um große Infrastrukturprojekte, die gemeinsame Entwicklung von Gewerbeflächen oder den Tourismus geht.

Es ist gut, dass jetzt die Vertreter der Wirtschaft und der Sozialpartner mit an Bord sind. Der Wirtschaft geht es nur gut, wenn es auch den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gut geht. Wir wollen eine der stärksten Wachstumsregionen in Nordeuropa werden. Dafür brauchen wir die richtigen Fachkräfte. Die gehen dorthin, wo Arbeitsplätze attraktiv sind und das Lebensumfeld stimmt. Und das kann dann eben auch im ländlichen Raum oder in kleineren Städten sein.

Meine Damen und Herren,
zehn Kammern, ein Unternehmensverband, der Bezirk Nord des Deutschen Gewerkschaftsbundes sowie die Landeshauptstadt Schwerin und der Altkreis Parchim treten heute der Metropolregion Hamburg bei. Wir freuen uns sehr auf die neuen Partner, aber wir sind auch nicht ganz ohne Erwartungen. Bringen Sie sich ein – am besten mit handfesten Projekten, die unsere Region im internationalen Wettbewerb voranbringen. Wir versprechen uns viel von der neuen Kooperation.

Willkommen in der Metropolregion Hamburg und auf eine gute Zusammenarbeit!

Vielen Dank.
 

Es gilt das gesprochene Wort.

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