Olaf Scholz
05.04.2017

Grußwort zur Eröffnung des Elbphilharmonie Indoor-Modells in der Eremitage

 

Sehr geehrter Herr Prokhorenko,
sehr geehrte Frau Generalkonsulin,
sehr geehrte Damen und Herren

Hamburg hat ein neues Wahrzeichen. Kühn und elegant ruht die Elbphilharmonie auf dem Sockel eines ehemaligen Kaispeichers, von wo sie wie ein Leuchtfeuer der Kultur und der Kunst in den Hafen ragt: eine architektonische Partitur aus Glas und Stein, in Nachbarschaft zu Kränen und Containern, umspült von den Wellen der Elbe.  

Die Elbphilharmonie ist eine Einladung an die Welt, nach Hamburg zu kommen. Aber heute ist es andersherum, heute ist die Elbphilharmonie selber zu Gast – zu Gast in der prächtigen Eremitage. Das ist auch für die Vielgelobte eine ganz ungewöhnliche Ehre.

Danke, St. Petersburg! Danke für den einzigartigen Empfang an diesem beeindruckenden Ort europäischer Kunst!

In den Künsten artikuliert sich die zivilisierte Gesellschaft; sie sind ein Ausdruck der Humanität  und der Freiheit des Denkens. In diesem Sinne sind die traditionsreiche Eremitage und die noch junge Elbphilharmonie Schwestern im Geiste.  

Hamburg und St. Petersburg: zwei Städte am Fluss, zwei Welthäfen und UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten, zwei bedeutende Handelsstädte, in der die Musik seit Jahrhunderten zuhause ist. Da kann es nicht überraschen, dass Werke von Strawinsky, Rachmaninow, Prokofjew, Glinka, Skrjabin und Alexander Borodin im ersten Programm der Elbphilharmonie zu finden sind.  Und natürlich wurde auch schon Tschaikowsky gespielt, der etliche seiner Werke an der Elbe  uraufführen ließ.

Dass jetzt im Rahmen der Deutschen Woche die Musik Hamburger Komponisten an der Newa erklingt und Musiker aus Hamburg und St. Petersburg gemeinsam dort auftreten, das freut uns sehr. Es ist ein lebendiger Ausdruck unserer gegenseitigen Wertschätzung.

Meine Damen und Herren,
weithin prägt die Elbphilharmonie mit ihrer schwebenden, dem Fluss nachempfundenen Architektur jetzt die Silhouette unserer Stadt. Das neue Konzerthaus ist ein Fest für die Augen und die Ohren. In ihr kann man das Hören neu entdecken.

Der Akustiker Yasuhisa Toyota hat zusammen mit den Ingenieuren und Handwerkern zwei einzigartige Konzertsäle erschaffen, die die Musiker und das Publikum staunen lassen, wie fein das Ohr die Klänge und Töne wahrnehmen kann. Einander zuhören, das wird hier zu einem aufregenden und verbindenden Erlebnis – was für eine gute Erfahrung in dieser Zeit.

Die Elbphilharmonie führt vieles zusammen: das Auge und das Ohr, die Klassik und die Moderne, das Raue des Hafens und die Kreativität der Künstler, die Musikliebhaber aus allen Ländern der Welt und aus der Hansestadt.

Die Elbphilharmonie ist ein offenes Haus für alle Bürgerinnen und Bürger. Jedes Hamburger Schulkind soll den neuen Konzertsaal einmal besuchen und so schon früh auf einzigartige Weise an die Musik herangeführt werden. Denn die Elbphilharmonie gehört allen, sie ist ein wahrlich demokratisches Haus.

Es ist uns eine Herzenssache, die Bürgerinnen und Bürger von St. Petersburg bald an der Elbe begrüßen zu dürfen.

Vielen Dank.

 

Es gilt das gesprochene Wort.

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