Olaf Scholz
06.04.2017

Grußwort: Workshop Digitalisierung in Hafen und Logistik

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

seit 60 Jahren sind Hamburg und St. Petersburg Partnerstädte. Und das heißt auch: Partnerhäfen, denn an der Newa wie an der Elbe ist der Hafen das Herz der Stadt. Nur wenn das Herz stark und gleichmäßig schlägt, geht es der Stadt gut.

Und damit meine ich nicht nur wirtschaftlich gut. Die beiden Häfen mitten im Zentrum bestimmen seit Jahrhunderten das Lebensgefühl und die Identität unserer Städte, sie stehen für Offenheit und Internationalität, wirtschaftlich wie auch im Geiste. Deshalb gehört die Elbphilharmonie, die man jetzt auch als interaktives Modell in der Eremitage anschauen kann, ebenfalls in unseren  Hafen, wo sie sich auf einem alten Kaispeicher den ankommenden Schiffen entgegen reckt.

Die Häfen sind unsere Stärke. Aber ein Hafen ist nur so stark wie die Verbindungen, die er unterhält: Schiffsverbindungen, Hinterlandverbindungen über Schiene und Straße und Datenverbindungen. Hafenstädte sind Teamplayer. Sie können nur zusammen mit anderen erfolgreich sein.

Wenn die politischen Beziehungen angespannt sind, dann bekommen die Hafenstädte das als erste zu spüren. Nach wie vor haben wir etliche Unstimmigkeiten. Trotzdem ist es ein gutes Zeichen, dass sich der Handel mit Russland 2016 wieder positiver entwickelt hat und dass die Repräsentanz von Hafen Hamburg Marketing in St. Petersburg bei den hiesigen Unternehmen weiterhin auf reges Interesse stößt.

Die Häfen von Hamburg und St. Petersburg haben viele gemeinsame Themen. Das geht von der Erschließung von Hafenflächen über die Vertiefung der Fahrrinnen bis zur Digitalisierung der Logistik. Ein Ausbau der Infrastruktur und eine zeitgemäße Logistik sind das A und O. Die Zukunft liegt in einem intelligenten Hafen.

Hamburg ist seit Jahren Vorreiter bei der Erprobung innovativer Konzepte. So bietet zum Beispiel die Hamburger Firma DAKOSY weltweit digitale Lösungen für Speditionen an. Auch behördliche Abläufe wie die Zollabwicklung laufen digital. Erwähnenswert ist das Hamburg Vessel Coordination Center, ein Joint Venture aus zwei konkurrierenden Terminalbetreibern: Es koordiniert alle Verkehre von Groß-, Feeder- und Binnenschiffen. Unser Projekt smartPort logistics wiederum führt die relevanten Verkehrs- und Infrastrukturdaten des ganzen Hafengebietes in Echtzeit zusammen. Dadurch haben wir jetzt deutlich weniger Staus und Wartezeiten.

Hamburg hat früh angefangen, innovative Konzepte nicht nur zu entwickeln, sondern auch im Arbeitsalltag zu testen. Seit 2013 hat die Hamburg Port Authority mehr als 30 smartPort-Projekte gestartet und viele von ihnen in den täglichen Betrieb implementiert. Waren und Verkehre fließen dadurch jetzt viel reibungsloser und Umschlagspitzen werden besser abgefedert.

Moderne Häfen erinnern heute bestenfalls noch äußerlich ein wenig an alte Seefahrerromantik. Sie haben sich zu einem Innovationstreiber für die ganze Stadt entwickelt und brauchen einen guten Draht zu Forschungseinrichtungen, innovativen Unternehmen und hochqualifizierten Bildungseinrichtungen. Es ist sicher kein Zufall, dass ausgerechnet die Hafenstadt Hamburg die führende deutsche Logistik-Metropole ist und die erste deutsche Stadt, die eine Strategie zur Einführung Intelligenter Transportsysteme entwickelt hat.

Meine Damen und Herren,
wir freuen uns sehr über Ihr Interesse an unserem Workshop und sind gespannt auf die Erfahrungen und Ideen der Kolleginnen und Kollegen in St. Petersburg. Dass Hafen Hamburg Marketing und die Admiral Makarov-Universität in Zukunft noch enger kooperieren wollen und nachher ein Partnership and Cooperation Agreement unterzeichnen, ist sicher für beide Seiten interessant. Es ist ein weiterer Schritt aufeinander zu – darüber freuen wir sehr.

Und nun wünsche ich Ihnen allen einen erfolgreichen und inspirierenden Workshop.

Vielen Dank.

 

Es gilt das gesprochene Wort.

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