Olaf Scholz
19.05.2017

Grußwort: Grundsteinlegung Tarpenbeker Ufer

 

Sehr geehrter Herr Wulff,
Sehr geehrter Herr Rösler,
sehr geehrter Herr Kay,
sehr geehrte Damen und Herren,

wenn der Grundstein gelegt wird, ist vom Gebäude  noch nicht viel zu sehen, aber in der Vorstellung ist alles schon vorhanden: die Wohnungen und die Wege, der Park und die Brücke, die Kita und der Spielplatz. Wenn der Grundstein gelegt wird, sieht man in Gedanken bereits, wie die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner morgens zur Arbeit gehen und nachmittags die Kinder aus der Kita abholen, wie die Erwachsenen es sich nach Feierabend auf der Dachterrasse gutgehen lassen, während die Kinder im Park toben. Und sicher wird auch der ein oder andere noch schnell mal ins Groß Borsteler Zentrum schlendern, um Besorgungen zu machen oder einfach nur ein Eis zu essen. Denn all das, was man für ein gutes Leben in der großen Stadt braucht, wird ja einmal vorhanden sein am Ufer der Tarpenbek.

Wenn der Grundstein gelegt ist, dann sieht man das zukünftige Quartier vor sich und ich bin mir sicher: Das Bild im Kopf, das nun bald Realität wird, kann alle, die hier hinziehen, und alle, die schon lange in Groß Borstel wohnen, zuversichtlich stimmen.

Rund 750 neue Wohnungen, mindestens 225 davon öffentlich gefördert – im Hinblick auf unsere ehrgeizigen Wohnungsbauziele sind das gute Zahlen. Über Zahlen ist ja viel die Rede im Moment, aber die Zahlen sind kein Selbstzweck. Vielmehr geht es darum, die Stadt von morgen zu bauen und die Weichen zu stellen, wie Hamburg in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren aussehen soll. Auch hier habe ich ein klares Bild vor Augen: Hamburg wird einmal zu den ganz wenigen Städten auf der Welt gehören, in denen alle Einkommensgruppen von dem, was sie verdienen, ordentlich wohnen können – und zwar nicht nur in den Randbezirken.

Hamburg wird eine Stadt sein, in der es überall sogenannte „gute Lagen“ gibt und in der jeder ein Umfeld findet, in dem er ein zufriedenes Leben führen kann. Wir wissen, dass es dafür mehr braucht als eine bestimmte Anzahl an Quadratmetern mit Wänden drum herum und einem soliden Dach oben drauf, nämlich gute Kitas und Schulen, kurze Wege und moderne, nachhaltige Mobilität, nette Cafés und Läden, viel Grün und einen funktionierenden Lärmschutz, eine angemessene Gesundheitsversorgung, eine lebendige Nachbarschaft, Möglichkeiten Sport zu treiben und seine Freizeit zu verbringen. Deshalb wurde all das am Tarpenbeker Ufer gleich mit bedacht.

Das neue Quartier Tarpenbeker Ufer macht vor, wie attraktives, bezahlbares Wohnen in der Großstadt in Zukunft aussehen kann. Es wird dem Stadtteil Groß Borstel guttun.

In einer attraktiven und deshalb wachsenden Stadt wie Hamburg ist die Erschließung neuer Flächen und die Verdichtung gewachsener Wohngebiete eine entscheidende Maßnahme, um die Mieten auf einem bezahlbaren Niveau zu halten. Auch Genossenschaften leisten einen wichtigen Beitrag, damit niemand aus der Stadt verdrängt wird.

Aber wir müssen auch die Baukosten begrenzen und solide Standards für ein kostengünstigeres Wohnen entwickeln. Es ist in einer Großstadt mit so vielfältigen Stadtteilen wie in Hamburg kein Nachteil, wenn Grundrisse sich ähneln und bestimmte Haustypen mit einer ansprechenden Architektur sich im Stadtbild wiederholen. Das war übrigens auch bei den Häusern aus der Gründerzeit oder der Ära Schumacher so.
Wiederholung ist in der Stadtentwicklung, ähnlich wie zum Beispiel in der Musik, ein wichtiges gestalterisches Element. Wir sollten es entsprechend nutzen.      

Am Tarpenbeker Ufer entsteht jetzt ein neues Quartier, das den Stadtteil mit seiner besonderen Mischung aus Gewerbe und Wohnen stärken und lebendiger machen wird. Groß Borstel hat viele interessierte und engagierte Bürger, die sich aktiv in den Prozess der Quartiersentwicklung eingebracht haben. Das ist ein unschätzbares Plus und ich bin mir sicher, alt eingesessene und neu hinzukommende Bürgerinnen und Bürger werden schnell einen Draht zueinander finden. Dass für wichtige Anliegen wie Lärmschutz, die Schaffung von Kleingärten an einem neuen Ort, die Erschließung von Sportgelegenheiten und vieles mehr gute Lösungen gefunden wurden, das ist auch das Verdienst aller, die sich an der Planung beteiligt und eigene Vorschläge gemacht haben.

Mit der Grundsteinlegung kann nun die Bauphase beginnen. Die ist immer besonders spannend, weil man plötzlich sehen kann, was jahrelang in den Köpfen herangereift ist. Ich bin froh, dass die Umsetzung dieses ambitionierten Projekts bei der Otto Wulff GmbH in guten Händen liegt.

Ich danke allen, die dieses Projekt planen und bauen. Und ganz besonders den Handwerkerinnen und Handwerkern. Ihre gute Arbeit sorgt dafür, dass Hamburg auch in Zukunft eine schöne, interessante und bezahlbare Stadt sein wird.

Alles Gute für den Bau des Quartiers am  Tarpenbeker Ufer!

Und vielen Dank

 

Es gilt das gesprochene Wort.

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