Olaf Scholz
11.10.2017

Rede zur Eröffnung des "Health Innovation Port"

 

Sehr geehrter Herr Vullinghs,
sehr geehrter Herr Ballast,
sehr geehrte Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft,

sehr geehrte Damen und Herren,

sehr gern wirke ich heute an dieser, für Hamburg wichtigen Eröffnung mit. Schon die Namen der beteiligten Start-ups lassen ja Gesundheit pur anklingen – ich will nur als Beispiele „HelloCare“ oder „Onelife Health“ nennen, Namen, die schon Neugierig machen. Das ist gut so, denn in der Gründer-Liga sind wir keine Upstarts, sondern wollen vorn mitspielen.

Philips gehört zu den größten Arbeitgebern in Hamburg und ist gerade im Bereich der Innovationsförderung ein bedeutender Partner – wie wir an diesem Ort sehen. Im Health Innovation Port wird ideenreichen Gründern Hilfestellung gegeben und genau das ist ein vorrangiges Anliegen des Hamburger Senats. Die Innovations- und Förderbank (IFB) unterstützt durch verschiedene Förderprogramme – und zwei Hamburger Cluster, Gesundheits-Wirtschaft Hamburg  und  Life Science Nord haben die Unterstützung von Gründern im eHealth-Bereich im Fokus. Wir passen also gut zusammen.

Der von Philips gegründete Health Innovation Park hier in der Röntgenstraße ist Hamburgs erster Coworking Hub mit Fokus auf eHealth, Gesundheit und Medizintechnik. An der Idee hat Philips seit zweieinhalb Jahren gearbeitet und etliche Behörden, die Senatskanzlei der Stadt Hamburg, die Clusterorganisation LifeSciences Nord und die Die Gesundheitswirtschaft Hamburg GmbH (GWHH) die Handelskammer Hamburg und viele andere waren intensiv beteiligt. Was hier in Fuhlsbüttel – unweit vom internationalen Airport – entstanden ist, kann sich sehen lassen und wird nicht nur Fachleute begeistern: eine fast 1.000 Quadratmeter große Büroumgebung mit modularer, modernster Einrichtung und Infrastruktur sowie Experimentier- und Eventflächen, in der junge Start-ups aus der Gesundheitsbranche innovative Konzepte entwickeln und kreativ arbeiten.


Auf dem Philips Campus ist sozusagen geballtes Wissen vor Ort. Mit über 2.000 Fachkräften besteht die Möglichkeit eines Wissenstransfers in Forschung und Entwicklung, aber auch für Marketing und Sales und viele weitere Bereiche. Die Startups können sich durch Fachvorträge und den Gedankenaustausch mit Spezialisten Wissen aneignen und den Grundstein für den Erfolg ihres Unternehmens legen. Im Gegenzug dazu gewinnt Philips ein Plus an Innovationskraft und Vorsprung.

Meine Damen und Herren,
aus meiner hamburgischen Sicht ist das ein beispielhafter Schritt dahin, dass wir als Innovationsstandort für Studierende und Wissenschaftlerinnen, für innovationsorientierte Gründungen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen noch besser und attraktiver werden. Im Rahmen unserer InnovationsAllianz stellen wir alle erdenklichen Weichen und suchen nach starken Partnern.

Wir wollen in Hamburg ein Netz von Forschungs- und Innovations- (F&I)-Parks etablieren. Das heißt: Areale schaffen mit einem wissenschaftlichen Ankerinstitut, mit anwendungsbezogenen Einrichtungen, einem Inkubator – so heißt ja auch die Vorrichtung, in der man Vogel- und Reptilieneier ausbrütet, in diesem Fall neue Jungunternehmen –, ferner mit einem Technologiezentrum für innovative Unternehmen und Gewerbeflächen für Unternehmen und Institute, die sich schon etabliert haben.

Kurz und gut: Wir wollen bestmögliche Infrastrukturen und Rahmenbedingungen für den Technologie- und Wissenstransfer zur Verfügung stellen, für Existenzgründer, Fachkräfte und technologieorientierte Unternehmen in einem wissenschafts- und wirtschaftsnahen Umfeld. An zunächst vier Standorten in Altona, Bergedorf, Harburg und Finkenwerder werden solche F&I-Parks entwickelt. Darüber hinaus integrieren wir ausgewählte Privatinitiativen, wie eben diesen Health Innovation Port, in das Netz – oder, wie man bei Parks ja auch sagen könnte, in das Ökosystem.

Zur Innovation gehört die Vermarktung und die wollen wir künftig unter einer F&I-Park-Dachmarke für den gesamten Innovationsstandort Hamburg zusammenfassen. Zuständig wird die gerade gegründete Hamburg Invest Entwicklungsgesellschaft (HIE) sein. Auch hierbei werden ausgewählte Privatinitiativen, die inhaltlich mit der F&I-Park-Zielsetzung korrelieren, einbezogen. Philips und der Health Innovation Port nehmen aktiv an den vorbereitenden Workshops teil und wie ich höre, ist der Roll-Out der Kampagne schon für Ende 2017 geplant.

Das, meine Damen und Herren,
ist die nahe Zukunft. Ein wenig dauern wird es sicher noch bis zu der Innovation, über die Sie, Herr Vullinghs, im Internet mit Matteo, einem jungen Mann von den „Health Kids“ diskutieren. Er schlägt einen Scanner vor, der gesundes von ungesundem Essen unterscheidet, und Sie wollen das gleich an Ihre Entwicklungsabteilung geben.

Gesundes und weniger gesundes Leben hat viele Facetten und ganz ohne eigenverantwortliche Mitwirkung geht es nicht. Aber wenn es einen Bereich gibt, in dem innovative Technik sehr direkt den Menschen dient, dann ist das die Medizin- und Gesundheitstechnik, gerade auch mit ihren heutigen digitalen Nervenzellen und kognitiven Funktionen. Dieser, sozusagen, Megaherzrhytmus findet seine beste Frequenz mit Sicherheit dort, wo eine innovationsfreundliche Atmosphäre herrscht und anwendungsnah geforscht werden kann.

Wir werden das anschließend noch im Detail vertiefen können. Hamburg dankt für das Engagement von Philips und wünscht allen, die hier im Health Innovation Port tätig sind und sein werden, Erfolg und eine gute Zukunft.

Vielen Dank

 

Es gilt das gesprochene Wort.

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