Olaf Scholz
10.10.2017

Grußwort: 90 Jahre Sprinkenhof

 

Sehr geehrter Herr Görge,
sehr geehrter Herr Zunke,
meine sehr geehrten Damen und Herren,


wir stehen hier in einem der bedeutendsten Gebäude des ehemaligen Gängeviertels.
Dieses ab 1927 in drei Bauabschnitten erstellte Gebäude war zur damaligen Zeit das größte Bürogebäude Deutschlands.


Mit seinen Terrakotten, Figuren und Ornamenten, wie einem vergoldeten Hammer, symbolisiert es die Handels- Handwerks- und Hansestadt Hamburg.


Die beiden Unternehmen, die den Bau ausführten, die Philipp Holzmann AG und Friedrich Holst gründeten noch während des Baus die Geschäftshaus Altstadt AG – zur Verwaltung dieser umfangreichen Fläche, zu der auch Wohn- und Ladennutzungen gehörten.


In den 1930er Jahren ging diese (durch Übernahme der Aktien) in den Besitz der Stadt Hamburg über und wurde einige Jahre später in Sprinkenhof AG umbenannt. Ab den 50er Jahren begann die Stadt damit, Sprinkenhof die Verwaltung der stadteigenen Immobilien zu übertragen.


Wir feiern heute deshalb weit mehr als die 90-jährige Geschichte eines herausragenden Architekturdenkmals, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Untrennbar mit dem Gebäude verbunden ist das städtische Unternehmen Sprinkenhof. Ich freue mich deshalb sehr, heute bei Ihnen zu sein.


„Wir bewegen Immobilien“, so steht es auf Ihrer Internetseite. Ein derart widersprüchliches Versprechen macht neugierig, schließlich können sich Immobilien als „unbewegliche Sachen“ weder selbst bewegen noch bewegt werden. Sie sind wie Alster und Elbe Teil unserer Stadt. Aber auch Immobilien kommen in die Jahre und manche von ihnen brauchen weitaus mehr als ein Lifting der Fassade. Sie brauchen eine Generalüberholung. Oder sie müssen, weil ihr Umfeld sich verändert hat, an einen anderen Ort neu entstehen. Der Satz „Wir bewegen Immobilien“ beinhaltet deshalb eine ungeheure Bandbreite von Aufgaben.

  • Die Sprinkenhof GmbH revitalisiert Immobilien, die in Jahre gekommen sind. Sie holt sie quasi in die Gegenwart zurück, wie das CCH oder den Philosophenturm der Universität, das Museum für Hamburgische Geschichte oder das Museum für Arbeit.
  • Sie realisiert für die Freie und Hansestadt Hamburg komplexe Bauvorhaben wie das Center for Hybrid Nanostructures der Universität Hamburg in Bahrenfeld mit seinen Reinraumlaboren.
  • Sie sorgt mit dem Bau der Meistermeile am Offakamp dafür, dass sich Handwerker in der wachsenden Stadt auch in Zukunft innenstadtnah ansiedeln können und dass Feuerwehr und Polizei an der Autobahnauffahrt Othmarschen eine neue Wache erhalten.
  • Sie realisiert mit einem Neubau in Rothenburgsort die Zentralisierung der Opernwerkstätten und Opernfundi der Hamburgischen Staatsoper an einem Ort. Gleichzeitig stehen die freiwerdenden Flächen am Schlicksweg in Zukunft für Wohnbebauung zur Verfügung.

Ob als Investor oder als Betreuer von Sanierungsarbeiten, ob bei der Anmietung und Verwaltung städtischer Neubauten oder von städtisch angemieteten Büro- und Gewerbeflächen von Dritten – die Sprinkenhof GmbH bewegt etwas für diese Stadt und für das moderne Hamburg.


Mit mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit den für das Unternehmen arbeitenden Architekten, Baufirmen und Dienstleistern sorgt das Unternehmen dafür, dass der Bedarf nach städtischen Flächen erfüllt wird und stellt zudem den Werterhalt eigener und anvertrauter Gebäude der Freien und Hansestadt sicher. Gemeinsam mit der Schulbau Hamburg gehört die Sprinkenhof GmbH zu den wichtigsten Realisierungsträgern für hochbauliche Aufgaben in unserer Stadt.


Aber nicht nur das. Die die Sprinkenhof GmbH sorgt auch für nachhaltiges Bauen. Das geht über Energieeffizienz hinaus. Das Unternehmen stellt zudem sicher, dass schon beim Bau eines Gebäudes der ganze Lebenszyklus in den Blick kommt.


Die stadteigene Sprinkenhof GmbH ist ein wichtige Partnerin bei der Realisierung des Mieter-/Vermieter-Modells. Die öffentliche Hand muss kontinuierlich wissen was ihre Immobilien wert und wie hoch die Kosten für den Unterhalt sind. Die Gebäude müssen mehr als verwaltet werden, es geht darum, sie professionell zu erhalten und das ohne die Weggabe von städtischem Vermögen. Das Mieter-/Vermieter-Modell ist die immobilienwirtschaftliche Umsetzung eines betriebswirtschaftlich nachhaltigeren Infrastrukturmanagements. Das schafft Kostentransparenz, so dass notwendige Sanierungen – das ist gerade in Zeiten der Schuldenbremse wichtig – frühzeitig eingepreist werden.


All das ist ein Rundumservice, den die Stadt Hamburg sehr zu schätzen weiß. Unser Ziel ist es, dass die Qualität von Hamburgs öffentlichen Gebäuden und die von der Sprinkenhof gemanagten Büro- und Gewerbebauten denen aus privater Hand in nichts nachstehen. Auf diesem Weg wollen wir gemeinsam weiter vorangehen. Ich wünsche Ihnen und uns eine weiterhin gute Zusammenarbeit und viel Erfolg für die nächsten 90 Jahre.


Vielen Dank!

 

Es gilt das gesprochene Wort.

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