Olaf Scholz
11.12.2017

Laudatio für die "Helden von Barmbek" bei der Gala "Hamburger des Jahres" von Hamburg 1

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die „Fuhle“, wie viele Barmbeker das Zentrum der Fuhlsbüttler Straße nennen, ist eine beliebte Gegend zum Flanieren.

 

Hier gibt es kleine Läden ebenso wie große Supermärkte, und überall Restaurants und Imbisse. Von morgens bis abends ist was los, mal mehr und mal weniger. Ein kleines Zentrum in der großen Stadt, eine Heimatlichkeit mit internationalem Flair. Barmbek eben.

 

Keiner rechnete mit dem, was am 28. Juli 2017 passierte. Von einer Sekunde zur nächsten verkehrte sich die friedliche Stimmung des Freitagnachmittags in das Gegenteil. Plötzlich geht ein Mann, der mit einem Messer bewaffnet ist, brutal auf andere los. Er hat ganz offensichtlich vor, möglichst viele zu treffen.

 

Frauen und Männer werden schwer verletzt. Laute Schreie sind zu hören. Viele laufen weg. Angst und Panik breiten sich aus.

 

Dutzende Hamburgerinnen und Hamburger zeigen in dieser bedrohlichen Lage, was in ihnen steckt: Sie überwinden die Angst, greifen beherzt ein, bringen die Verletzten in Sicherheit, versorgen Wunden und helfen wo es nötig ist.

 

Niemand hat Zeit lange zu überlegen. Es geht rasend schnell. Der Täter handelt wie von Sinnen, er ist durch Worte oder Gesten nicht mehr zu erreichen. Eine Ausnahmesituation.

 

Man sieht Männer, die hinter dem Messerstecher her laufen, sie stellen sich ihm in den Weg, mit Stangen, Stühlen und Steinen. Als die Polizei eintrifft, liegt der Täter am Boden.

 

Ein Opfer stirbt kurz nach dem Anschlag, eine schwere Last für die Angehörigen, ihnen gilt auch heute unser ganzes Mitgefühl. Eine Person wurde lebensbedrohlich getroffen, ihr geht es inzwischen glücklicherweise besser. Auch alle anderen, die an dem Tag verletzt wurden, befinden sich auf dem Weg der Genesung. Ich wünsche weiterhin gute Besserung.

13 Männer waren es, die sich dem Täter entschlossen und höchst mutig entgegen gestellt haben. Sie waren zufällig vor Ort, kannten sich untereinander nicht, aber sie wussten eines: Wir müssen den Täter stoppen.

 

Die „Helden von Barmbek“ werden diese Männer schon wenige Tage später genannt. Denn sie haben mit ihrer geistesgegenwärtigen Reaktion noch Schlimmeres verhindert.

 

Für ihren außergewöhnlichen und selbstlosen Einsatz bekommen diese Männer heute den Preis als „Hamburger des Jahres“ in der Kategorie "Fairness & Courage".
Meine Herren, ich gratuliere Ihnen zu dieser verdienten Auszeichnung.

 

Sie haben wahrlich Courage gezeigt.

 

Vielen Dank!

 

Es gilt das gesprochene Wort.

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