Olaf Scholz
29.12.2017

Rede vor der Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns

 
Sehr geehrter Herr Mengers, 
sehr geehrter Herr Präses,
sehr geehrte Frau Staatsministerin,
sehr geehrte Frau Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, 
sehr geehrter Herr Präsident,
sehr geehrte Abgeordnete der Parlamente,
sehr geehrte Damen und Herren,
 
als sich die Ehrbaren Kaufleute vor 500 Jahren zusammentaten, funktionierte das wie bei einem Startup. Es gab anfangs ein paar Probleme, aber die Idee erwies sich über die Jahre als sehr tragfähig. Ja, die Vereinigung der Ehrbaren Kaufleute wurde selbst gewissermaßen ein Inkubator: Die für die spätere wirtschaftliche Entwicklung in Hamburg wichtige Börse und die Handelskammer gingen aus dem VEEK hervor. 
 
Der Senat hat der Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns für seine historischen und aktuellen Leistungen 2017 den „Verfassungsportugaleser in Gold“ verliehen, und es war vielleicht kein Zufall, dass die Elbphilharmonie zum 500-jährigen Jubiläum der Vereinigung fertig wurde, nur damit wir für den Geburtstag einen angemessen Rahmen haben.
 
Für die Rolle, die der Selbstorganisation der Hamburger Kaufleute zukommt, steht besonders diese Versammlung. Das große und sogar steigende Interesse, diesen Termin nicht zu verpassen, unterstreicht das jedes Jahr von Neuem. Zu Recht können die Kauffrauen und Kaufmänner auf Ihre Leistungen und Ihre Traditionen stolz sein. Die Hamburger Kaufleute sind selbstbewusste Kaufleute. 
 
Und alle 500 Jahre darf dann auch mal der Bürgermeister sprechen.
 
Wir leben in einer Zeitenwende. Das zeigt sich an vielen Stellen. Die Wachstumsraten der Industriestaaten sind nach wie vor geringer als z.B. noch in den 50er, 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Globalisierung und Digitalisierung fordern die westlichen Gesellschaften ähnlich wie vor Jahrhunderten die industrielle Revolution. Wie sieht unter diesen Bedingungen eine kluge Wirtschaftspolitik aus? Was sind deren Prinzipien? Das ist eine der großen Zukunftsfragen. 
 
Hamburg steht gut da, obwohl wir Krisen in mehreren Wirtschaftszweigen verkraften mussten. Jeder hat die Entwicklungen bei Banken und Versicherungen oder der Schifffahrt verfolgt. Gleichwohl sehen wir viele dynamische Entwicklungen nicht nur im Bereich der Dienstleistungen. Wir haben auch eine solide Industrie.
 
Große internationale Unternehmen schätzen den Standort, gründen Niederlassungen oder bauen aus. 4,5 Milliarden Euro sind 2016 in Büros und Werkstätten investiert worden. Gerade auch die Beschäftigungsentwicklung ist sehr positiv: Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze stieg in den letzten zehn Jahren um 24 Prozent. Überall werden Fachkräfte gesucht. Und das – das ist wichtig – besonders bei den wissenschaftlichen, technischen und unternehmensnahen Dienstleistungen. 
 
Es ist klar: Hamburg ist wirtschaftlich stark. Aber es ist auch klar: Das darf uns nicht genügen. Denn wir müssen jetzt die Grundlagen für die Zukunft der Hamburger Wirtschaft schaffen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Stadt auch in 10, 15 Jahren noch ein attraktiver Standort ist und die Generation unserer Kinder und Enkelkinder viele Chancen hat, gute Arbeit zu finden und ein glückliches Leben zu führen. Wirtschaftspolitik muss Perspektiven aufzeigen.
 
Drei Punkte möchte ich heute besonders hervorheben: Erstens: Wir brauchen Wachstum. Zweitens: Wir müssen die Digitalisierung nutzen und drittens: die Wissensbasis verbreitern. 
 
Meine Damen und Herren,
als sich die Ehrbaren Kaufleute 1517 zusammenschlossen, hatte Hamburg 15.000 Einwohner. Heute sind wir bei über 1,8 Millionen. Ein guter Standort und Arbeitsplätze in einem schönen Umfeld, das zieht viele an. Deshalb wird die Einwohnerzahl auch weiter wachsen.
 
Die ehrbaren Kaufleute und die Verantwortlichen des Senats haben Hamburg auf einem Grundsatz aufgebaut, der sowohl in der Vergangenheit, wie heute und auch in der Zukunft seine Richtigkeit hat: Ich kann nur das verteilen, was ich vorher erwirtschaftet habe. Und auch deshalb brauchen wir ein solides Wirtschaftswachstum in Hamburg.
 
Wir brauchen Wachstum, um auf Dauer genügend Arbeitsplätze zu haben. Wirtschaftliches Wachstum bleibt die Grundlage für einen starken Sozialstaat, für attraktive kulturelle Angebote ebenso wie für Bildung und Wissenschaft. Hamburg soll in den kommenden Jahrzehnten zugleich eine höchst attraktive und boomende Metropole mit bezahlbaren Wohnungen und guten Arbeitsplätzen sein. Und sie soll noch lebenswerter werden.
 
Damit die Wirtschaft leistungsfähig bleibt, muss die Infrastruktur stimmen.
 
Für die Fahrrinnenanpassung hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig nun grünes Licht gegeben. Alle anhängigen Klagverfahren gegen die Fahrrinnenanpassung sind abgeschlossen. Wir haben  abschließend Klarheit, was wir noch zu tun haben. 
 
Der Ausbau der A 7 nördlich und südlich des Elbtunnels geht voran. Die Kapazität der A 23 soll ebenfalls steigen. Die Vorarbeiten für eine hafennahe Verbindung zwischen den Autobahnen A 7 und A 1 gehen gut voran. Die A 26 wird eine leistungsfähige Ost-West-Verbindung. Auch die hoch belastete A 1 wird in diesem Zusammenhang ausgebaut. Die Verlegung und der Ausbau der Wilhelmsburger Reichsstraße läuft planmäßig: die Anpassungen der Gleisanlagen sind weitgehend abgeschlossen, die Bauten zum Lärmschutz kommen voran und die Trasse für die eigentliche Straße ist schon gut zu sehen. Es geht aber nicht nur um Neubau und Ausbau von Straßen. Der Senat hat klar mit der langjährigen schlechten Praxis gebrochen, den Erhalt von Straßen und Brücken zu vernachlässigen, sondern baut ein systematisches Erhaltungsmanagement auf.
 
Die Fehmarnbeltquerung kommt, sie wird die Metropolregionen Hamburg und Kopenhagen zusammenbringen, unser Gewicht in Europa stärken und Hamburgs  Rolle als Drehscheibe für Nordeuropa festigen. Der Pendlerverkehr wird zunehmen, dafür wird eine neue S-Bahnstrecke gebaut Wenn die neue feste Fehmarnbeltquerung eröffnet wird, wird man bis Bad Oldesloe mit der S 4 fahren können. 
 
Nach Norden stärken wir die AKN-Strecke nach Kaltenkirchen, sie wird elektrifiziert und damit zur S 21. Auch beim U-Bahn Bau haben wir den jahrelangen Stillstand überwunden. Die U 4 kann die neuen Quartiere HafenCity, Elbbrücken und Grasbrook erschließen. Der Rohbau der Station Elbbrücken steht schon. Am anderen Ende der Linie wird sie zur Horner Geest verlängert.
 
Und: Der Senat wird dafür sorgen, dass Steilshoop im Osten der Stadt, Stadtteile wie Bramfeld und am anderen Ende der Osdorfer Born (und das DESY) endlich an das Schnellbahnnetz angeschlossen werden. Gut ein Viertel der Einwohner Hamburgs wohnen in den Gebieten, die davon profitieren. Die U 5 wird eine neue Verkehrsader durch die Stadt. Auch der Stadtpark und die CityNord werden dann leicht und schnell erreichbar sein. Wir wollen die Entwurfs- und Genehmigungsplanungen zeitnah abschließen. Übrigens: Mit der U5 werden wir erstmals eine vollautomatisch gesteuerte U-Bahnlinie in Hamburg haben.
 
Damit sind wir bei Punkt 2: Hamburg wird die Digitalisierung für Wirtschaftswachstum und mehr Lebensqualität nutzen. 
 
Hamburg hat als einer der ersten Häfen auf die Digitalisierung gesetzt, als wir vor 15 Jahren Altenwerder gebaut haben, heute ist die Digitalisierung in allen Prozessen des Hafens angekommen. Algorithmen und Big Data steuern Verkehr, Logistik und Energienutzung. In den letzten Jahren sind gut 30 neue Smart-Port Projekte dazugekommen.
 
Souverän hat Hamburg auch die Ausschreibung um die Ausrichtung des internationalen Weltkongresses für Mobilität und Logistik 2021 gewonnen. Auch da ist die Industrie von Anbeginn einbezogen, wir haben eine strategische Partnerschaft mit dem Volkswagen-Konzern vereinbart und mehr als 100 Zusagen für die Kooperation mit Unternehmen, Forschung und Verbänden. Hamburg wird damit ein Vorreiter im Einsatz von Intelligenten Transport Systemen (ITS). All das wird uns helfen, den Verkehr in der Stadt flüssiger zu gestalten.
 
Zudem ist unser Hafen von der Europäischen Kommission als Entwicklungsfeld für industrielle Lösungen der neuen, fünften Generation für den Mobilfunk ausgewählt worden. Der sogenannte 5G-Standard macht nicht nur einfach das Smartphone schneller. Vor allem ist 5G eine Grundlagentechnologie: etwa für die Automatisierung des Verkehrs –  man wird damit Lastkraftwagen bei Höchstgeschwindigkeit auf engstem Raum fahren lassen können – und für das Internet der Dinge: mit deutlich geringerer Verzögerung, bei deutlich höheren Datenraten können viel mehr Geräte gleichzeitig angesprochen werden. Für diese revolutionäre Technologie werden wir, hier im Hamburger Hafen, die Standards für die industrielle Anwendung entwickeln. Die Hamburg Port Authority wird dafür mit etwa 7 Millionen Euro unterstützt. Die Sendemasten im Hafen werden bald installiert. 
 
Der Hafen wird unser Reallabor für die Digitalisierung des gewerblichen Verkehrs. Und das gleiche gilt auch für die Elektrifizierung und die Entwicklung alternativer Antriebe im öffentlichen Verkehr der Stadt. 
 
Hamburg ist jetzt schon Spitzenreiter beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Wir haben 660 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Hamburg wird die Anzahl der Ladepunkte in den kommenden zwei Jahren auf 1150 steigern. Auch die Betreiber Car2Go (Daimler) und Drive Now (BMW) haben sich zur schrittweisen Elektrifizierung ihrer Flotte verpflichtet. 
Wir setzen dabei auf E-Mobilität und auf Wasserstoff. Mit Industriepartnerschaften werden wir die Entwicklung voranbringen. Wir haben Kooperationsvereinbarungen zur Förderung der Elektromobilität  mit den großen Anbietern für Automobile und Logistik, nicht nur den genannten VW, Daimler und BMW, sondern auch T-Systems oder der DB AG, auch mit der DHL und Hermes sind wir im Gespräch. 
 
Wichtig ist dabei auch: Wir ändern ganz gezielt die Nachfrage-Seite. Im letzten Jahr hat Hamburg gemeinsam mit Berlin eine Beschaffungsinitiative gestartet. Die Hochbahn hat im September 2017 die deutschlandweit größte Ausschreibung für Elektrobusse gestartet: 60 emissionsfreie Busse sollen 2019 und 2020 beschafft werden. Die Hersteller haben für Batteriebusse die Serienreife ab 2020 angekündigt. Die Hochbahn wird auch die Brennstoffzellentechnologie (=Wasserstoff) weiterhin aktiv begleiten. Hamburg wird ab 2020 nur noch (lokal) emissionsfreie Busse anschaffen.
 
Meine Damen und Herren,
von hier aus kann man sehr gut sehen, dass auch bei einer solchen Versammlung einige immer wieder auf ihr Smartphone schauen. 
 
Ich nehme das als gutes Zeichen, wir sind am Puls der Zeit. Für die Kaufleute gehört es zur Tradition, sich immer wieder neu zu erfinden. Wer etwas produziert, will es verkaufen, und wer etwas verkaufen will, muss sich etwas einfallen lassen. Sich dem Neuen öffnen, sich an Veränderung anpassen, das gehört zum kaufmännischen Ethos dazu. Meckern ist in der Regel kein Geschäftsmodell – Optimismus und Zukunftsorientierung sind die Perspektiven der Hanseaten.
 
Deshalb sind Tradition und Innovation in Hamburg keine Gegensätze. Beides muss zusammen gedacht und verknüpft werden. Dazu gehört die jüngst gelungene langfristige Bindung von Beiersdorf an den Standort Hamburg genauso, wie die Ansiedlung neuer Coworking Spaces wie We Work oder Mindspace.
 
Und zudem: Jeder Blick auf das Smartphone zeigt doch auch: Wirtschaft und Handel sind geradezu fasziniert von Produkten, die aus komplexen wissenschaftlichen Erkenntnissen resultieren. Das Vorurteil, dass sich nur Wissenschaftler für Universitäten, Fachhochulen und Forschung interessieren, wird doch an einem Handelsplatz wie Hamburg jeden Tag widerlegt. 
 
Zwar sind bei uns manche kaufmännischen Institutionen älter als die der Wissenschaft – erst vierhundert Jahre nach dem VEEK wurde die Hamburger Universität gegründet. Aber das Internet ist schließlich auch erst dreißig Jahre alt. Und natürlich sind Datenreihen und abstrakte Texte nicht jedermanns Sache. Aber wenn Wissen dafür genutzt werden kann, dass Batterien mehr leisten, Krankheiten besser geheilt werden oder neue Werkstoffe erzeugt werden können, dann ist das eine wichtige Sache für Kaufleute und Arbeitnehmer, Studierende und Handwerker gleichermaßen.
 
Und damit sind wir beim dritten Punkt unserer Strategie: Wir müssen die Stärken unserer Wissenschaft erkennen, die Wissensbasis erweitern und besser nutzen.  
 
Wir brauchen Wissensressourcen, von denen die Bürgerinnen und Bürger auch Morgen und Übermorgen profitieren, Know-how, das deren Arbeitsplätze, deren Unternehmen und deren Handelsmodelle sichert.  
 
Die Wirtschaftspolitik heute muss, bildlich gesprochen, die Tradition hunderter von Jahren, die der VEEK aufs vorbildlichste repräsentiert, an einen Wissenspool andocken, der mit Femtosekunden und Mikrometern rechnet. 
 
Und bevor Sie jetzt zum Smartphone greifen, um zu wissen, was eine Femtosekunde ist, erkläre ich das besser: Eine Femtosekunde, das ist eine Sekunde geteilt durch 10 hoch 15. In einer Femtosekunde legt ein Laserlicht die Strecke von 0,3 Mikrometern (10 hoch minus 6) zurück, das entspricht etwa dem Hundertstel des Durchmessers eines Haares. 
 
Sie heißen „Supernova OPCPA“  oder „White Dwarf OPCPA" ,die High-power Femtosekunden-Laser aus der Notkestrasse in Bahrenfeld. Laser sind Universalwerkzeuge, sie werden in der Automobilindustrie ebenso eingesetzt wie in der Medizintechnik. Produziert werden diese hochflexiblen Geräte von Class 5 Photonics. Das Startup profitiert von der Innovationskette, die an die Grundlagenforschung bei DESY angliedert ist, es wurde gefördert und unterstützt von der Innovations Kontakt Stelle (IKS) und der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB).
 
Industrie in Deutschland ist heute Hochtechnologie. Höchste Standards müssen auch die Zulieferer und Dienstleister garantieren. Da reicht es nicht, dass ein Wissenschaftler mit einem Ingenieur beim Bier über seine Ergebnisse plaudert. Die Entwicklung neuer Produkte für den Weltmarkt ist ein zeitaufwendiges und sehr wissensintensives Verfahren. 
 
Seit 2016 ist beispielsweise ein Gasanalytik-Gerät auf dem Markt, das aus der Technischen Universität Hamburg (TUHH) heraus entwickelt wurde. Das X-PID vom Hamburger Startup bentekk kann Chemikalien in kleinsten Mengen messen und natürlich sendet es die Daten an eine App. Einsetzbar in der Chemieindustrie, zur Einhaltung von Grenzwerten. Gefördert wurde das Projekt über das Programm InnoRampUp und unterstützt durch den Innovationsstarter Fonds. Im April hat Dräger, das weltweit führende Unternehmen für Medizin- und Sicherheitstechnik aus der Metropolregion Hamburg, bentekk zu 51 Prozent übernommen. 
 
Das sind Erfolgsgeschichten, die uns freuen. Aber die Pointe ist viel stärker: Denn es sind  Beispiele für die erste Staffel einer großen Serie von Innovationen, die wir hier in Hamburg – wie zuvor mit der Clusterpolitik vorbereiten. 
 
Dazu gehört die Gründung von zwei neuen Instituten des DLR im Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) in diesem Jahr. Hamburg ist damit erstmals Sitzland des DLR. Dazu gehört auch die Ansiedlung von Fraunhofer-Instituten in Hamburg. Wir beginnen mit dem Aufbau eines Instituts für 3D-Druck.
 
Gleichzeitig wollen wir mit der Schaffung von vier F&I-Parks die Grundlagen für Innovation, Wachstum und Beschäftigung in Hamburg auch in den kommenden Jahren legen. 
 
F&I-Parks sind Transformationsräume von hoch komplexem Wissen zur Anwendung. Sie schaffen enge Innovationsketten von der Grundlagenforschung bis zum Produkt.
 
Und während die Cluster sich vor allem an den Stärken der Stadt orientieren, wie der zivilen Luftfahrt, der Windenergie oder der Logistik, geht die Aufgabe der F&I-Parks darüber hinaus. Denn die wissenschaftlichen Kompetenzen Hamburgs sind schon jetzt viel breiter als unsere traditionellen Gewerbe. 
 
Mit den F&I-Parks, die wir in Altona, Bergedorf und Harburg auf- und ausbauen und der in Finkenwerder schon fertig ist, legen wir unsere Zukunftsressourcen an. Hamburg wird in Zukunft nicht nur durch seinen Welthafen, sondern auch als starker Innovations- und Wissenschaftsstandort international bedeutend sein. Hamburg lebt von seinen internationalen Verbindungen. Das gilt für Hafen und Handel genauso wie für Digitalisierung und Wissenschaft.
 
Und was den maritimen Hafen betrifft, wissen wir: Als die ersten Dampfschiffe die Elbe hinauf liefen, wurde es Zeit, darüber nachzudenken, was die Stadt mit dieser neuen Technologie macht. Es dauerte damals nochmal fünfzig Jahre, bis die Stadt die Konsequenzen zog und den Tidehafen baute. Da gab es einigen Widerstand, aber die Entscheidung kam gerade noch rechtzeitig. Sie sicherte der Stadt für viele Jahrzehnte einen Vorteil gegenüber den Konkurrenten.
 
So wie wir damals den Hafen neu gedacht haben, geht es heute darum, die Wissenschaft stärker in die Stadt zu integrieren. Als Grundlage, um den neuen Herausforderungen zu begegnen: mit dem Anspruch auf Weltniveau, nutzbar im Sinne des Interesses von Bürgerinnen und Bürgern und offen für die Anwendung durch Wirtschaft und Industrie. 
 
So wie der Hafen, wird die Hamburger Wissenschaft in Zukunft unser Impulsgeber für Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze sein.
 
Vielen Dank!
 
Es gilt das gesprochene Wort.

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